Drohender Gebäudeeinsturz an der Scherzach


Kurzübersicht

Alarmstichwort: T3 - THL (sonstige)
Wann: 11. Mar 2013 08:21
Fahrzeuge: KdoW DLK 23/12 LF 20/16-2 VRW-2012 RW2 TLF 16/25 LKW MTW 1 MTW 2-2013
Einsatzdauer: 11 Stunden und 54 Minuten
Einsatzkräfte: 48 ausgerückt (Schätzwert!)
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Einsatzort:Stadtgebiet Weingarten

Einsatzbericht

Drohender Gebäudeeinsturz an der Scherzach in Weingarten

Weingarten (abi) – Drohender Gebäudeeinsturz an der Scherzach – keine Personen verletzt.

Montag früh um 08.31 Uhr erfolgte die Alarmierung des Rüstzuges des Feuerwehr Weingarten durch die Leitstelle Oberschwaben. Stichwort „Gebäudeeinsturz – keine Personen verletzt“. Als erstes leitete die Feuerwehr Sicherungsmaßnahmen ein, sodass die Einsatzstelle weiträumig abgesperrt wurde. Das Abstellen von Gas und Strom erfolgte zugleich. Da die Einsatzkräfte nicht über ausreichende Stützkonstruktionen verfügen wurde das THW Weingarten mit Einsatzgerüstsystem und Laserfernmessung durch Kommandant Romer angefordert. Des weiteren wurden die Fachberater Bau der Feuerwehren des Landkreises Ravensburg hinzu gezogen. Durch die Führungsgruppe der Feuerwehr Weingarten wurde der Einsatz dokumentiert und organisiert, sodass die beteiligten Einsatzkräfte von Feuerwehr und THW, Firmen, Eigentümer und die Stadt eine dauerhafte Anlaufstelle hatten. So wurden auch die Bewohner des vorderen Gebäudetraktes evakuiert und im Feuerwehrhaus vorübergehend untergebracht. Vorsorglich baute die Feuerwehr Ölsperren in der Scherzach auf um Treibgut, vor allem beim geplanten Teilabriss des Gebäudes an Land zu ziehen. Ein Greifbagger der Firma August Baumgärtner GmbH & Co. KG wurde für den Fall eines Einsturzes des Gebäudes zum Ausräumen der Scherzach vorgehalten, damit keine Überschwemmung des Stadtbereiches erfolgen konnte. Die Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks vermessten mittels Laser die Einsatzstelle, überwachten mittels Peilteleskop die Rissbildung und stützten das Gebäude mittels Einsatzgerüstsystem weiter ab.

Am frühen Nachmittag war das vom THW errichtete Einsatzgerüstsystem aufgebaut und das Haus weitestgehend abgestützt. Damit keine Gefahr vom Gebäude mehr ausgehen kann, entschloss die Eigentümerin im Zuge des Einsatzes die Firma Schuler aus Fronreute mit einem Teilabbruch des Gebäudes zu beauftragen der am Nachmittag vollzogen wurde. Während der Abrissarbeiten fielen Trümmerteile in das Gerüstsystem, sodass die Scherzach nicht von den Trümmerteilen gestaut wurde. Weitere Teile der Holzkonstruktion des Gebäudes fielen in die Scherzach und konnten durch die Ölsperren der Feuerwehr Weingarten aufgenommen und an Land gezogen werden.

Nachdem der Teilabriss vollzogen wurde, konnte die Zimmerei Bernhard mithilfe der Drehleiter der Feuerwehr Weingarten den offen stehenden Gebäudeteil mit einer großen Plane wetterdicht abdecken. Gasmessungen der Feuerwehr konnten bestätigen, dass keine Gasleitung von Trümmern getroffen wurde und somit keine Explosionsgefahr bestand.

Insgesamt waren 60 Einsatzkräfte von Feuerwehr und THW im Einsatz. Besonders zu erwähnen ist die nahtlose und gute Zusammenarbeit zwischen der Feuerwehr und des THW Weingarten. Um 19.30 Uhr konnten die Einsatzkräfte die Einsatzstelle verlassen und in Ihre Gerätehäuser zurückkehren.

Die Ursache und Schadenshöhe müssen die polizeilichen Ermittlungen ergeben.

Ebenfalls vor Ort war Oberbürgermeister Markus Ewald, Beamte der Stadtverwaltung, Kreisbrandmeister Oliver Surbeck, Herr Hägele vom Landratsamt, Fachberater Bau der Feuerwehren des Kreis Ravensburg, das Technische Hilfswerk, Polizei Weingarten, Firma Baumgärtner & Co. KG Firma Schuler, Firma Huhn, Mitarbeiter der TWS und EnBW, Zimmerei Bernhard, Architektin Schweizer sowie die Eigentümerin.

Geschrieben von: A. Binder - Feuerwehr Weingarten